LE CITTA INVISIBILI (Die unsichtbaren Städte) 18.04.2008
Nächtlicher Spaziergang in der Südstadt. Gastspiel Teatro Potlach, Fara Sabina Im Rahmen der 19. Europäischen Kulturtage Karlsruhe 2008.
Das Teatro Potlach ist berühmt für sein Projekt „Le Città Invisibili“, mit dem es schon in unzähligen Städten Europas, Nord- und Südamerikas gastiert hat. In kulturanthropologischen und stadtarchäologischen Inszenierungen werden Innenstädte oder auch die Natur (wie Parks oder Flusslandschaften) theatralisiert. Die Zuschauer begeben sich auf eine nächtliche Wanderung durch das ihnen vermeintlich bekannte Terrain und entdecken ihre Stadt neu, entdecken, dass sich hinter der bekannten noch eine oder sogar mehrere weitere Welten und Städte verbergen. Durch Licht ergeben sich neue Perspektiven, durch Ton ergibt sich eine ungewohnte Klangatmosphäre, Schauspieler und Musiker beleben Unbelebtes; Skulpturen, Tücher und Projektionen eröffnen ungeahnte Assoziationsräume. Ziel des Projektes ist, Karlsruhe für römisch-italienische Energien zu öffnen, Rom sozusagen in sich aufzunehmen, sich einzuverleiben. Gleichzeitig verändert das unterirdische Kraftfeld Karlsruhe diese Energie, so dass eine Symbiose entsteht. Eine völlig neue, geheimnisvolle Stadt ersteht: „ROMARIPOSODICARLO“.
In einem ersten Schritt haben Mitglieder des Teatro Potlach die Stadt Karlsruhe erkundet und sich mit ihrer Geschichte auseinandergesetzt. Die Südstadt als lebendiges multikulturelles Viertel mit einem hohen Anteil italienischer Bewohner wurde als Spielort für die „unsichtbaren Städte“ ausgewählt. Das Fellinische Rom und die Volkskultur, die Commedia dell’Arte mit ihrem Szenen- und Figurenreichtum, die Musik und die Kulinarik, die unterirdischen Geheimnisse des antiken Rom – alle Aspekte sollen sich in dieser Inszenierung wieder finden. In nächtlicher römischer anarchischer Heiterkeit erobern Künstler Karlsruhe und eröffnen neue Perspektiven in Kellern, Hinterhöfen und Plätzen der Südstadt.Die Hochkultur der Stadt wird ebenso in das Projekt einbezogen wie die lebendige badische Volkskultur – Ballettschulen, Laienchöre, Musiker, Schauspieler, Lichtkünstler und viele andere Gruppen nehmen an der Performance teil. Der Reichtum des Spektakels besteht in der Durchmischung.